31 Soldaten zurück in der Heimat

»Heute stehen hier insgesamt drei Kompanien«, sagte Major Ralph Pfeffer in seiner Ansprache. Er bedankte sich ausdrücklich, dass der Rückkehrerappell der Bundeswehrsoldaten aus Höxter eingebettet sei in das Beverunger Schützenfest.

Vier Monate hätten die Soldaten in Afghanistan, dem Kosovo oder in der Türkei an der Grenze zu Syrien gedient. Dem zolle Pfeffer höchsten Respekt. »Jetzt heißt es ankommen, sich im Alltag zurechtfinden und Geduld, um sich an die privaten und dienstlichen Dinge in der Heimat neu zu gewöhnen.« Einen besseren Empfang könne man als Patenstadt den Soldaten nicht bieten, sagte Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm. Er begrüßte die Rückkehrer herzlich und ging dabei besonders auf die Bedeutung des Begriffs Heimat ein und zitierte den Schriftsteller Siegfried Lenz: »Heimat, das ist für mich nicht allein der Ort, an dem die Toten liegen, es ist der Winkel vielfältiger Geborgenheit, es ist der Platz, an dem man aufgehoben ist, in der Sprache, im Gefühl, ja selbst im Schweigen aufgehoben, und es ist der Flecken, an dem man wiedererkannt wird. Und dass möchte doch wohl jeder eines Tages: wiedererkannt und das heißt aufgenommen werden.« An die zahlreichen Gäste gerichtet sagte er, dass die besondere Atmosphäre des Augenblicks unter den alten Linden auf dem Kellerplatz eine besondere sei: ein Tag des Wiedersehens und der Freundschaften: »Saugen Sie diesen besonderen Moment beim Zapfenstreich auf, halten Sie einen Moment inne, freuen Sie sich auf dieses Zusammensein, freuen Sie sich darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Er wolle nicht in »Gefühlsduselei « verfallen, »doch wir alle streben nach Werten, nach Idealen, manchmal auch ein wenig nach Tradition, um nicht der Beliebigkeit, der Gesichtslosigkeit zu verfallen«. Ein Schützenfest, ein Zapfenstreich, auch ein Rückkehrerappell seien solche gepflegten Traditionen. Es waren nicht nur ein, sondern gleich mehrere ergreifende Momente am Freitagabend auf dem Kellerplatz, die im Fackelschein von der Blaskapelle Brenkhausen und des Spielmannszugs Fürstenau musikalisch aufgenommen und stimmungsvoll umgesetzt worden sind.

Von Linda Bögele in Beverungen
[Quelle: Westfalenblatt vom 13.07.2015]